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Gedanken über das letzte Wochenende

Letztes Wochenende habe ich Briefe erfasst, gelesen und notiert. Es waren nicht irgendwelche Briefe... sondern Briefe, die alle möglichen Leute zum Tod meines Opas geschrieben haben. Meine Mama brachte es nicht fertig, die Briefe ein zweites Mal zu lesen.

Ich komme von einem Dorf, wo man nach einigen Jahren doch so ziemlich Jeden kennt. Mein Opa lebte fast sein ganzes Leben in dem Dorf und war bekannt wie ein "bunter Hund" (so sagt es immer meine Mama). Dementsprechend sind auch sehr viele Briefe bei uns angekommen. Es waren Nachbarn, Freunde, ehemalige Arbeitskollegen, ehemalige Schüler (mein Opa war auch Ausbilder) und natürlich viele Familienangehörige. Auf dem Dorf ist es auch üblich der Karte etwas Geld für die Grabpflege beizulegen. Ich habe das alles erfasst und demnach auch die Karten alle gelesen. (es sind genau 1000 Euro zusammengekommen... damit hätte ich nicht gerechnet)

Die ganzen Karten haben mich hinterher doch sehr lange grübeln lassen. Einerseits waren natürlich sehr schöne und liebevolle Karten dabei, andere waren eher "zwangsläufig" geschrieben und dann gibt es auch immer ein bis zwei Karten auf die man auch hätte verzichten können (eine Karte in grellem Pink mit einem sowas von unpassendem Spruch... das war schon frech...). Dennoch beneide ich alle, die Opa so in Erinnerung haben wir er war. Sie haben so schöne Dinge und Erinnerungen geschrieben... daran konnte man gut erkennen, wie beliebt mein Opa war und wie sehr er sich immer um Andere gekümmert hat.
ich wünschte, dass ich auch vorrangig diese Erinnerungen hätte. Leider aber bekomme ich die letzte Zeit einfach nicht aus meinem Kopf. Mein Opa ist in einem Pflegeheim gestorben, da er an einer schweren Parkinson-Erkrankung und daraus resultierender Demenz erkrankt war. Zuhause konnten wir ihn einfach nicht mehr pflegen. Das letzte Jahr war sehr anstregend... so wollte es Opa niemals haben und im Grunde bin ich froh, dass er endlich erlöst wurde. Er erkannte uns nicht mehr und das schmerzte eigentlich am Meisten. Ich weiß nicht, wieviel Erinnerung er an mich hatte. Ich war sehr oft bei ihm und er war mir eine sehr wichtige Bezugsperson.
Am Abend an dem er starb war ich noch bei ihm... und er hat so gelitten.. er war krank und bekam schlecht Luft. Er hatte Schmerzen, er konnte nicht richtig schlucken... die Schwestern waren unglaublich lieb zu ihm und gaben sich so viel Mühe... und es brach mir das Herz ihn so zu sehen. Diese Geräusche die er von sich gab verfolgen mich. Ich höre sie immer noch. Ich war mit meinen Eltern bei ihm, wie immer eigentlich. Und meine Mama versuchte sich nichts anmerken zu lassen. Ich jedoch war in dem Augenblick überzeugt, dass mein Opa sterben würde... das er dagegen kämpfte. Mein Papa hielt mich fest, es fiel ihm auch sehr schwer.

Ich ertappe mich oft dabei wie ich daran zurück denke. Eher unbewusst. Und es schmerzt. Es schmerzt mich zu wissen wie er gelitten hat. Und das er nicht mehr da ist. Weil er mir unglaublich fehlt. Und weil mit ihm ein Teil von mir gegangen ist...... ich kann nur hoffen, dass wir uns irgendwann irgendwo wieder begegnen. Er war ein unglaublich guter Mensch.... Opa ich hab dich lieb...

12.4.17 16:13
 
Letzte Einträge: der erste Blogeintrag seit Teenagerzeiten, Tuesday Blues, I drown in a cloud, a memory that lingers, letting go......



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